„Deinen Freund und deines Vaters Freund verlasse nicht.“ Spr. 27,10.
Es kann jemand viele Bekannte und doch nur wenige Freunde haben; der, welcher einen hat, der ihm in der Zeit der Not treu zur Seite steht, kann sich glücklich schätzen. Wenn dieser Freund auch schon seinem Vater gegenüber Freund gewesen war, so sollte er umso weniger vernachlässigt werden. Wahre Freunde sollte man sich zu erhalten suchen, wenn es sein muss, selbst unter großen Opfern. Dies lehrt schon die weltliche Weisheit, und das Wort Gottes bestätigt es. - Noch mehr ist es so, wenn wir uns zu einer höheren Sphäre erheben. Dort haben wir einen Freund den Freund der Sünder, der in unendlicher Herablassung uns Freunde genannt und uns die größte Liebe erwiesen hat: Er hat sein Leben für seine Freunde gelassen. Ihm müssen wir anhangen im Leben wie im Tode. Ihn verlassen, hieße schrecklich undankbar handeln.
„Deinen Freund und deines Vaters Freund.“
In allen diesen Punkten ist der Herr Jesus das beste Beispiel eines Freundes, und wir tun wohl, wenn wir Ihm den Vorzug vor allen geben, als einem Freund, der mehr liebt und fester beisteht, denn ein Bruder.
„Verlasse nicht.“
Ich will Ihm anhangen.
Lasst uns an Jesu kleben: im Glauben, indem wir Ihm allein vertrauen; im Bekenntnis, indem wir unsere Treue gegen Ihn erklären; in der Praxis, indem wir seinen Fußstapfen folgen; in der Liebe, indem wir in der Gemeinschaft mit Ihm bleiben.
Verlasse Christum nicht, wenn Er verfolgt und verlästert wird.
Verlass Ihn nicht, wenn die Welt dir als Lohn der Untreue Vorteile, Ehren rc. bietet.
Verlass du Ihn nicht, wenn alle Ihn zu verlassen scheinen, und wenn die Gemeinde auszusterben droht.
Hewitson schreibt: „Ich denke, ich weiß mehr von Jesu Christo, als von irgendeinem anderen zeitlichen Freunde.' Deshalb bemerkte auch jemand, der ihn gut kannte: „Eins ist mir an Hewitson aufgefallen: in seiner Gemeinschaft mit Gott scheint er keine Lücken, keine Unterbrechungen zu haben.“ G. S. Bowes. Der Premier-Minister von Madagaskar, der bei einem Missionsfest den Vorsitz hatte, sagte: „Ich möchte nicht gern vor Ihnen allen von meinem eigenen Vater sprechen, aber ich erinnere, dass er eine junge Frau die Bibel lesen gelehrt hatte, und dass diese Frau eine Christin wurde. Als die Verfolgung hereinbrach, wurde auch sie angeklagt und zum Tode verurteilt, weil sie eine Christin war. Sie wurde hier vorgeführt, um von diesem Felsen herabgestürzt zu werden. Im letzten Augenblick wurde ihr die Erhaltung des Lebens angeboten, wenn sie widerrufen wolle; aber sie weigerte sich dessen und rief aus: „Nein, werft mich nur hinunter, denn ich gehöre Christo an.“
Wir müssen unseren Freund nicht verlassen, denn das hieße, unser zweites Selbst verlassen, und wir dürfen unsres Vaters Freunde nicht verlassen, denn dann würden wir uns einer doppelten Undankbarkeit der schlechtesten Art schuldig machen. Unsres Vaters Freunde sind, wenn sie es gut meinen, die besten Schätze, die sie uns hinterlassen können; und wenn Naboth um keinen Preis das ihm von seinem Vater hinterlassene Erbe verkaufen wollte, sondern es trotz eines Ahab und einer Isebel behielt, bis er gesteinigt war, sollten wir dann dem Andenken unserer Väter so wenig Ehrerbietung erweisen, dass wir die köstlichen Besitzungen, die sie uns vermacht haben, ohne einen Preis aufgeben? Salomo setzte den freundschaftlichen Verkehr seines Vaters mit Hiram fort und schonte eines Verräters an seiner eigenen Krone, weil derselbe die Leiden und Entbehrungen seines Vaters David geteilt hatte. Rehabeam wäre weiser und glücklicher gewesen, wenn er dem Vorbild und der Vorschrift seines Vaters gefolgt wäre. Dr. G. Lawson.
Alte Familienfreunde. I. Betrachte einige von den alten Freunden unsres Vaters. 1) Der Sonntag. 2) Das Heiligtum. 3) Der Heiland. 4) Die Heilige Schrift. II. Erwäge etliche Gründe, aus welchen du ihnen treu bleiben solltest. 1) Um deswillen, was sie denen gewesen sind, die uns teuer sind, 2) um deswillen, was sie uns sein wollen, 3) um deswillen, was sie einigen von uns bereits gewesen sind.